Was tun bei teilweise verbundenen Daten?

Wie ich bereits in einem früheren Beitrag beschrieben habe, muss für die Auswahl der richtigen Testmethode klar sein, ob es sich bei den Messungen um verbundene oder unverbundene Daten handelt.

Problem: teilweise Mehrfachmessungen

Was aber macht man, wenn man teilweise Mehrfachmessungen hat, also teilweise verbundene Daten? Und wann kommt das überhaupt vor?

Ein Beispiel: Sie untersuchen spezielle Fuß-Ops an Patienten. Bei den meisten Patienten wurde ein Fuß operiert. Ab und zu kommt es aber auch vor, dass beide Füße operiert wurden. Nun haben Sie zum Einen Messungen am Fuß (OP-Dauer, Art der OP,…) und Messungen den kompetten Patienten betreffend (Alter, Geschlecht, Laborparameter…).

Wenn Sie die Daten komplett verwenden, haben Sie die Patienten mit zwei OPs doppelt enthalten. Die statistischen Tests erwarten aber, dass die Daten entweder komplett verbunden oder komplett unverbunden sind. Das ist hier dann nicht der Fall.

Wenn die Patienten mit zwei OPs nun in irgend einer Weise besonders wären, würde das das Ergebnis verfälschen. Außerdem sind rein aus statistischer Sicht die Schätzwerte nicht mehr zuverlässig.

Die Lösung

Die Lösung ist, dass Sie nicht die OPs sondern die Patienten als Fälle betrachten. Sie dürfen dann jeden Patienten nur einmal in die Berechnung aufnehmen, müssen also die Daten für die einzelnen Füße teiweise reduzieren.

Dazu können Sie entweder in den doppelten Fällen immer zufällig nur einen Fuß des Patienten auswählen und nur die Messwerte zu diesem Fuß in der Analyse betrachten. Wenn Sie metrische Messungen haben, können Sie auch Mittelwerte für die Füße ausrechnen, und so dem Patienten einen Wert zuordnen.

Egal wie Sie es machen, Sie müssen die Vorgehensweise dokumentieren und in Ihrer Arbeit beschreiben. Dann machen Sie alles richtig.

8 Gedanken zu “Was tun bei teilweise verbundenen Daten?

  1. Hallo Frau Keller,

    auch ich bin zufälig auf Ihre Seite gestoßen und finde die Beiträge sehr hilfreich.
    Leider kann auch dieser Beitrag mein Problem nicht vollständig lösen. Für meine Bachelorarbeit habe ich eine Vorher-Nachher-Befragung durchgeführt, jedoch kann ich dadurch dass ich das online getan habe nicht nachvollziehen, ob die gleichen Personen geantwortet haben und wenn ja, welcher Messwert zu welcher Person gehört.
    Ich habe also eigentlich keine komplett unabhängigen Stichproben, aber auch keine komplett verbundenen Daten…

    Ich würde mich freuen, wenn Sie sich auch zu dieser Problematik einmal äußeren könnten.

    Vielen Dank und viele Grüße,
    Theresa Steinebach

    • Liebe Theresa,
      wenn die Personen nicht zuordnebar sind, ist das schlecht. Wie sind denn die Personen zum Ausfüllen des Fragebogens gekommen? Haben es alle vorher und nachher ausgefüllt? Ich würde da wohl einfach annehmen, dass sie unverbunden sind und so tun, als wären das vorher und nachher andere Personen gewesen. Ist nicht perfekt, aber anders wohl nicht lösbar…
      Schöne Grüße
      Daniela

      • Hallo Frau Keller,

        vielen Dank für Ihre schnelle Rückmeldung!
        Ich habe den Fragebogen online über verschiedene Verteiler und Portale versandt und habe zusätzlich persönlich in der Stadt Interviews geführt.
        Es ist also davon auszugehen, dass einige vorher und nachher den Fragebogen ausgefüllt haben, andere dagegen nur jeweils einmal.

        Dass dies bei der Auswertung ein Problem darstellt, ist mir blöderweise erst jetzt aufgefallen, als ich mich genauer mit den Bedingungen der t-Tests auseinander gesetzt habe.

        Also bleibt mir vermutlich nichts anderes übrig, als von unverbundenen Stichproben auszugehen, auch wenns nicht 100% stimmen wird, oder?

        Vielen Dank und viele Grüße,
        Theresa

  2. Hallo Daniela,

    ich untersuche in meiner Bachelorarbeit das Verhalten von Studierenden in Facebook. Hierbei habe ich den Teilnehmer über eine Mehrfachauswahl eingeben lassen, was er studiert. Nun möchte ich Unterschiede zwischen den Studienrichtungen untersuchen, allerdings liegt hier eine tlw. Verbundenheit vor, da ja manche Studierende sowohl in Studienrichtung A als auch in Studienrichtung B eingeordnet sind.

    Besten Dank im Voraus und einen schönen Wochenanfang
    LG Max

    • Hallo Max,
      Merhfachantworten kann man nicht direkt mit Signifikanztests untersuchen. Du müsstest hier auf die einzelnen Kategorien runter gehen, also z.B. alle Studenten mit Angaben von Studienrichtung A vergleichen mit denen, die nicht A als Studienrichtung angegeben haben. Und das dann für alle Studienrichtungen einzeln. Das ist dann jeweils unverbunden.
      Schöne Grüße
      Daniela

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.