Ist meine Stichprobe repräsentativ? – 4 Fragen und Antworten

cancy_freeimages_Alison_CarterWas heißt eigentlich repräsentativ?

Eine repräsentative Stichprobe soll die Grundgesamtheit in allen Merkmalen sowie in deren Kombinationen widerspiegeln.

Warum soll die Stichprobe repräsentativ sein?

Nur wenn die Stichprobe repräsentativ ist, kann aus den Ergebnissen der statistischen Auswertung auf die Grundgesamtheit geschlossen werden und so verallgemeinernde Aussagen getroffen werden.

Wie bekomme ich eine repräsentative Stichprobe?

Um eine repräsentative Stichprobe zu ziehen, muss sie zufällig aus der Grundgesamtheit gezogen werden: jedes Element der Grundgesamtheit muss die gleiche Wahrscheinlichkeit haben, in die Stichprobe zu gelangen. In der Marktforschung sind auch nicht-zufällige Methoden der Stichprobenziehung etabliert, z.B. die Quoten-Stichprobe. Hier werden die Beobachtungseinheiten nach einem bestimmten Muster (z.B. Altersstruktur) ausgewählt. Gerade dieses Muster soll die Repräsentativität der Stichprobe gewährleisten.

Wie überprüfe ich, ob meine Stichprobe repräsentativ ist?

Repräsentativität kann nicht durch einen Test nachgewiesen werden. Stattdessen verwendet man deskriptive/beschreibende Methoden: Durch Beschreibung der relevanten Variablen zeigen Sie, dass sich die Werte der Stichprobe nicht deutlich von den Werten der Grundgesamtheit unterscheiden.

Welche beschreibende Methoden Sie dazu verwenden, hängt davon ab, welcher Variablentyp vorliegt. Bei nominalen/ordinalen Daten nehmen Sie relative Häufigkeiten. Bei metrischen Daten z.B. Mittelwert oder Median. Zusätzlich geben Sie dazu jeweils die Konfidenzintervalle an. Indem Sie diese Zahlen gegenüberstellen und den Unterschied diskutieren, können Sie zeigen, dass es (hoffentlich) keinen deutlichen Unterschied gibt und damit Repräsentativität vorliegt.

Abbildungsnachweis: freeimages, Alison Carter

 

7 Gedanken zu “Ist meine Stichprobe repräsentativ? – 4 Fragen und Antworten

  1. hallo Frau Keller

    Ich habe eine Frage und weiß nicht, wo ich die Ihnen am besten stellen kann. Deshalb schreibe ich sie einfach einmal hierher. Ich hoffe das ist o.k.

    Wenn ich Signifikanztests mit spss ausführe (z.b. H-Test, T-Test usw) und die immer zweiseitig unter 0,05 sind, dann kann ich ja sagen, dass sich meine Stichprobe signifikant unterscheiden. Wenn ich jetzt aber die Mittelwerte oder Mediane usw anschaue und daraus erkennbar ist, dass der eine größer ist als der andere und mein Test zweiseitig signifikant ist. Dann kann ich doch auch sagen, dass das eine signifikant größer als das andere ist oder ist das falsch?

    ganz liebe Grüße
    Jenni

    • Hallo Jenni,

      das ist genau richtig so und auch genau die richtige Vorgehensweise: zweiseitig Testen und dann mit den Mittelwerten oder Medianen die Richtung des Unterschieds interpretieren.

      Schöne Grüße
      Daniela Keller

  2. Hallo Daniela,
    bin erfreut, diese Seite „gefunden“ zu haben.
    Meine Frage: zur Berechnung eines Konfidenzintervalles braucht die GG nicht normalverteilt sein (?); muss die Stichprobe normalverteilt sein?

    Gruß Peter

  3. Hallo Daniela,

    ich habe eine Frage bezüglich Repräsentativ. Wenn ich Aktienrendite von einem X-Unternehmen analysieren möchte, soll ich einen Test durchführen?

    Also, als Stichprobe nehme ich die Rendite von einem x-Datum bis y-Datum, wenn ich einen Test durchführe, dann welche?

    Danke für Ihre Antwort im Voraus
    Viele Grüße
    Alejandro

    • Hallo Alejandro,
      welche Fragestellung/Hypothese willst Du mit der Untersuchung beantworten?
      Schöne Grüße
      Daniela

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