Geistes- und Sozialwissenschaften – anders und auch wieder nicht

Literaturarbeiten gibt es in allen Disziplinen, doch sind sie in den Naturwissenschaften eher wenig verbreitet. Man trifft sie aber in allen Bereichen der Geistes- und Sozialwissenschaften an, auch in den Rechtswissenschaften und der Psychologie. Ziel ist es meistens, eine Fragestellung anhand der Analyse der vorliegenden Studienlage ausführlich zu beleuchten/zu beantworten. Literaturarbeiten sind meist deutlich umfangreicher als experimentelle Arbeiten; auch sie benötigen eine Darstellung der Methodik, falls sie z.B. mit speziellen Datenbanken gearbeitet haben oder sich bei der Recherche auf bestimmte Archive überregionaler Zeitungen stützen.

Anzugeben sind auch bei geistes- und sozialwissenschaftlichen Arbeiten, die einen experimentellen Teil beinhalten wie z.B. die Analyse der Darstellungsfrequenz von ungarischen Rottweilern auf alten Kupferstichen 1438-1504 im Vergleich zum Status des ungarischen Rottweilers in der zeitgenössischen Belletristik, die einzelnen Schritte des methodischen Vorgehens: welche Daten wurden erhoben (z.B. Abbildungen von ungarischen Rottweilern auf alten Kupferstichen 1438-1504) und wo (z.B. Bibliotheksdatenbanken, Zeitungsarchive – dabei angeben, welche genau) und wie (wie erfolgte der Zugang zu diesen Archiven?). Welche Methoden wurden angewandt, um die Daten zu übertragen (z.B. Codierungen der Anzahl von ungarischen Rottweilern auf alten Kupferstichen 1438-1504), in welches Programm (z.B. Microsoft Excel) wurden diese Daten übertragen und wie wurden sie analysiert? Welche Studien wurden in die Literaturarbeit eingeschlossen?

Oft wird in Literaturarbeiten ausschließlich mit Schlüssen gearbeitet oder es werden Vergleiche zwischen anderen Studien gezogen. Erhobene Daten aber wie z.B. die Anzahl von Nennungen können codiert und statistisch analysiert werden. Dabei werden oft die reinen Anzahlen oder Mittelwerte, also die deskriptive (beschreibende) Statistik angegeben ohne dass eine vergleichende Aussage getroffen werden könnte. Wenn das dem Betreuer reicht, muss auch hier das Rad nicht neu erfunden werden.

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